die forderung, dass auschwitz nicht noch einmal sei ist die allererste an erziehung!

erziehung nach auschwitz haben wir gestern zum teil gelesen. ich probiere hier kurz unsere ideen zu skizzieren und unsere diskussion ein wenig greifbar zu machen.

es ist einleuchtend, dass erziehung einen wesentelichen teil zur charakterbildung eines jeden menschen beiträgt. als adorno diesen text 1966 schrieb waren noch viele nazis in gehobenen positionen. eine wirkliche veränderung der menschen als basis der gesellschaft hat es seitdem nicht gegeben. die aufarbeitung war nicht der rede wert. erst langsam wuchs eine generation heran – besser bekannt unter 68er – die nichts mit der nazizeit zu tun hatte.
die forderung, dass auschwitz nicht noch einmal sei ist die allererste an erziehung!
diese forderung ist wohl das bekannteste aus dem text, doch was steht dahinter?
erziehung ist fortschrittlich, bzw. wenn sie fortschrittlich sein soll, muss es eine aufarbeitung des systems auschwitz geben. aber nicht nur aufarbeitung ist gefragt, es muss sich etwas an den bedingungen ändern, die auschwitz möglich gemacht haben.
nun wirft adorno freuds these vom unbehagen in der kultur ein. freud meinte damit wohl, dass zivilisation auch antizivilisatorisches, barbarisches mit sich bringt.
wenn menschen wirklich etwas an dem system, das hinter auschwitz steckt ändern wollen, dann muss tiefer gegangen werden. es gilt nicht nur ein paar gut gemeinte worte zu sagen oder die führungspersönlichkeiten auszutauschen, weil diese es nicht richtig gemacht hätten. vielmehr gibt die struktur der gesellschaft von grund auf die möglichkeit, dass auschwitz geschehen ist, dass es geschehen kann. das ist nicht irgedeine struktur, nein, sie ist eine von hass, angriffswut und besinnungslosigkeit. nicht das opfer ist schuld an dem system, sondern die verfolger. wie menschen mit anderen in kontakt treten, wie sie auf situationen reagieren wird schon in der frühen kindheit strak geprägt.
hier greift adorno wieder das unbehagen in der kultur auf, sagt, das es auch seine soziale seite hat. menschen wollen in gemeinschaft leben und das tun sie auch, aber trotzdem gibt es ein gefühl des eingesperrt sein. diese gemeinschaft ist etwas, wonach menschen suchen, aber je fester die gemeinschaft ist, desto mehr möchten menschen aus ihr ausbrechen. aber dadurch, das sie so fest ist, ist die möglichkeit des ausbrechens geringer. dann kommt es dazu, dass eine wut gegen die zivilisation gestärtkt wird und gewaltätig und irrational gegen sie probiert wird vorzugehen.

das sind etwa knapp die ersten 1,5 seiten gewesen, weiter haben wir nicht gelesen. stattdessen haben diskutiert.

das war ein großer diskussionspunkt bei uns: diese zivilisation die in gewisser weise abgelehnt wurde waren strukturen im kapitalistischen system. die kritik der nazis löst dieses problem nicht an der wurzel. sie beschwören eine imaginäre volksgemeinschaft herrauf. diese hat nichts mit den gegebenen wirtschaftlichen herrschaftsstrukturen zu tun.
dann haben wir darüber geredet, wie erziehung denn nun sein sollte, haben den begriff der kritischen selbstreflexion von adorno einbezogen und alles in allem die wichtigkeit von erziehung in der antifaschismusarbeit betont.
deshalb haben wir uns auch über unsere familien ausgetauscht. wie wurde da mit dem faschismus umgegangen?





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